Religionsunterricht ist bunt wie das Leben


  + Staunen, Freude spüren und erfahren

  + Geschichten hören und erleben

  + Kreativ sein und gestalten

  + Über Gott, das Leben und die Welt nachdenken

  + Menschen und Kirche kennenlernen

  + Singen - still werden - beten

Der Evangelische Religionsunterricht als ordentliches Lehrfach

  • add Die rechtliche Grundlage des Evangelischen Religionsunterrichts

    Der Evangelische und damit konfessionell verantwortete und geprägte Religionsunterricht ist nach Art. 7 Abs. 3 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland und nach  Art. 18 der Verfassung des Landes Baden-Württemberg ordentliches Lehrfach, das von Staat und Kirche gemeinsam verantwortet wird.

    Er wird erteilt „in Übereinstimmung mit den Grundsätzen“ der Evangelischen Landeskirchen in Baden und Württemberg, wie sie enthalten sind und erläutert werden

    •  in den Grundordnungen der Evangelischen Landeskirchen in Baden und Württemberg,

    • in der „Stellungnahme des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland zu verfassungsrechtlichen Fragen des Religionsunterrichts vom 7. Juli 1971“,

    • in der „Entschließung der Württembergischen Evangelischen Landessynode zu Grundfragen des Religionsunterrichts vom 15. Juli 1976“,

    • in den Denkschriften der Evangelischen Kirche in Deutschland „Identität und Verständigung“ (1994), „Maße des Menschlichen“ (2003) sowie „Religiöse Orientierung gewinnen. Evangelischer Religionsunterricht als Beitrag zu einer pluralitätsfähigen Schule“ (2014).
  • add Aufgaben und Ziele des Evangelischen Religionsunterrichts

    Der Evangelische Religionsunterricht

    • unterstützt die Entwicklung religiöser Sprach- und Gestaltungsfähigkeit,
    • bietet altersgemäße Zugänge zur biblisch-christlichen Tradition und befähigt die Kinder und Jugendlichen zum Verständnis biblischer Texte,
    • thematisiert die Wahrheitsfrage und enthält sich angesichts der Begrenztheit menschlicher Erkenntnis letzter Urteile über Menschen,
    • fördert die Bereitschaft und die Fähigkeit, andere Auffassungen zu verstehen, Einstellungen zu erfragen und miteinander ins Gespräch zu bringen,
    • stärkt die ästhetische Kompetenz, Wirklichkeit sensibel wahrzunehmen und selbst kreativ tätig zu werden (zum Beispiel in den Bereichen Musik, Bildende Kunst, Literatur, Spiel, Tanz, Film, digitale Medien),
    • fördert die Sprach-, Toleranz- und Dialogfähigkeit der Kinder und Jugendlichen und leistet dadurch einen Beitrag zur Verständigung in der pluralen Gesellschaft. „Ein konstruktiver Umgang mit Pluralität kann weder in einer Gleichgültigkeit gegenüber allen Unterschieden bestehen noch in einem Rückzug von der Pluralität dadurch, dass nur noch die eigene Wahrheit gesehen wird“ (Religiöse Orientierung gewinnen, EKD 2014, S.60),
    • nimmt Kinder und Jugendliche als Mitgestalter/innen ihrer Lebenswelt ernst und stärkt die Hoffnung auf eine lebenswerte Zukunft,
    • beteiligt sich an der Gestaltung der Schule als Lebens- und Erfahrungsraum, insbesondere durch die Mitgestaltung von Festen, Feiern und Gottesdiensten,
    • beteiligt sich an der Öffnung zum Gemeinwesen, zu Kirchengemeinden, diakonischen Einrichtungen und anderen außerschulischen Partnern,
    • hat eine seelsorgliche Dimension und wird durch die Schulseelsorge ergänzt,
    • trägt zu einer profilierten Schulentwicklung bei.
  • add Beitrag des Faches Religion zu den Leitperspektiven (Bildungsplan 2016)

    Das Fach Religion bietet folgenden Beitrag zu den Leitperspektiven:

    • Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)
      Nach biblisch-christlicher Tradition ist der Mensch zur Übernahme von Verantwortung in der Einen Welt berufen. Dazu gehören die Überwindung ungerechter Verhältnisse, die Erziehung zum Frieden, der ungehinderte Zugang zu Bildung, die gerechte Teilhabe an den Gütern der Erde und der verantwortliche Umgang mit der Natur und ihren Ressourcen.
    • Bildung für Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt (BTV)
      Kennzeichen der Schöpfung ist Vielfalt. Maßstab für christlichen Umgang mit Vielfalt sind die Liebe und das Wohl des Nächsten, die in der bedingungslosen Annahme des Menschen durch Gott gründen. Deshalb befähigt Evangelischer Religionsunterricht dazu „Toleranz, Respekt und Anerkennung für den anderen in der eigenen religiösen Tradition zu identifizieren und auf diese Weise als Orientierungsressource verfügbar zumachen“ (Religiöse Orientierung gewinnen, S.67). Toleranz und Anerkennung stehen nicht im Widerspruch zur Wahrheitsfrage. Angesichts der Vorläufigkeit menschlicher Erkenntnis enthält sich der Religionsunterricht letzter Urteile. Die Bereitschaft, andere Menschen wahrzunehmen, mit ihnen in Dialog zu treten und ihnen offen und respektvoll zu begegnen, ist damit unverzichtbares Merkmal Evangelischen Religionsunterrichts.
    • Prävention und Gesundheitsförderung (PG)
      Der Evangelische Religionsunterricht nimmt den Menschen in seinen körperlichen, seelischen, biografischen und sozialen Bezügen in den Blick. Er stärkt die Persönlichkeit und befähigt zu Teilhabe und Mündigkeit. Dazu gehört die Fähigkeit, über sich selbst, seine Stärken und Schwächen nachzudenken und darüber mit anderen ins Gespräch zu kommen.
    • Berufliche Orientierung (BO)
      Die verantwortliche Gestaltung des eigenen Lebens und der Welt ist dem Menschen als Auftrag von Gott gegeben. Der Evangelische Religionsunterricht eröffnet einen Raum, in dem die individuellen Interessen und Begabungen von Kindern und Jugendlichen gefördert werden. Die Schülerinnen und Schüler erwerben (inter-)religiöse und (inter-)kulturelle Kompetenzen, die Grundlagen für eine spätere berufliche Qualifikation und die Übernahme sozialer Verantwortung bilden. In dieser Weise unterstützt und ermutigt der Evangelische Religionsunterricht Jugendliche dabei, sich im Rahmen der gesellschaftlich gegebenen Möglichkeiten beruflich zu orientieren.
    • Medienbildung (MB)
      Religion wird personal und medial vermittelt. Analoge und digitale Medien spielen in der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen eine wichtige Rolle. Der Evangelische Religionsunterricht unterstützt gemäß der „Kundgebung der 11. Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland zur Kommunikation des Evangeliums in der digitalen Gesellschaft“ (2014) einen verantwortungsvollen Umgang mit Medien.
    • Verbraucherbildung (VB)
      Der Evangelische Religionsunterricht thematisiert einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen in der Einen Welt. Den Schülerinnen und Schülern wird der globale Horizont ihres Konsumentenverhaltens eröffnet. Sie werden für einen verantwortungsbewussten Lebensstil sensibilisiert.
  • add Der Evangelische Religionsunterricht in Zahlen

    In der Evangelischen Landeskirche in Württemberg

    Als ordentliches Lehrfach an allen öffentlichen Schulen des Landes gemäß Artikel 7 Abs. 3 Grundgesetz, Artikel 18 Landesverfassung und § 96 Abs. 1 Schulgesetz für Baden-Württemberg (SchG) werden im Bereich der Evangelischen Landeskirche in Württemberg wöchentlich über 30.000 Stunden Evangelische Religionslehre von kirchlichen und staatlichen Lehrkräften erteilt.
    Obwohl die Zahl der Schülerinnen und Schüler im evangelischen Religionsunterricht mit der Gesamtschülerzahl jährlich weiter sinkt, ist Evangelische Religionslehre nach wie vor ein sehr attraktives Fach, an dem viele nicht-evangelische Schülerinnen und Schüler aus eigenem Wunsch teilnehmen.

    Staatliche und kirchliche Lehrkräfte helfen mit, dass die fast 1,1 Millionen in Baden-Württemberg am Religionsunterricht beider Konfessionen teilnehmende Schülerinnen und Schüler in allen Bereichen guten Religionsunterricht erhalten.

    Im Kirchenbezirk Heidenheim und Geislingen

    Im Zuständigkeitsbereich des Schuldekans der Kirchenbezirke Heidenheim und Geislingen unterrichten im aktuellen Schuljahr 41 kirchliche Lehrkräfte an 115 Schulen mit insgesamt 356 Stunden Evangelische Religionslehre.

    Staatliche Lehrkräfte haben mit 154 LehrerInnen einen Anteil von 619 Religionsstunden an 115 Schulen.
    Die gesamte Zahl, der am evangelischen Religionsunterricht teilnehmenden Schülerinnnen und Schüler in den beiden Kirchenbezirken beträgt 6741.

    Die Angaben ergeben sich aus der Erhebung der Personalblätter des Oberkirchenrats für das Schuljahr 2017/2018.

Publikationen der Landeskirchen zum Religionsunterricht

  • add "Freiheit, Gerechtigkeit und Verantwortung" - Perspektiven der Landeskirchen zur Bildungs- und Schulpolitik (Broschüre)

    "Freizeit, Gerechtigkeit und Verantwortung" - Broschüre

    Freiheit, Gerechtigkeit und Verantwortung

    lautet der Titel der Broschüre, in der die Evangelischen Landeskirchen Baden und Württemberg ihre Perspektiven zur aktuellen Bildungs- und Schulpolitik inn Baden-Württemberg erläutern.

  • add "Religionsunterricht an der Gemeinschaftsschule" (Handreichung)

    "Religionsunterricht an der Gemeinschaftsschule" - Broschüre

    Die Einführung der Gemeindschaftsschule in Baden-Württemberg wirft für den Religionsunterricht die Frage auf, wie Religionslehrerinnen und -lehrer bewährte und neue Lernformen in einem religiös und didaktisch begründeten Kontext mit den veränderten organisatorischen Bedingungen der Gemeinschaftsschule verbinden können.

    Die Handreichung "Religionsuntericht an der Gemeinschaftsschule" möchte allen Religionslehrkräften den Rücken stärken und ermutigen, die Herausforderung der Gemeinschaftsschule anzunehmen. Dazu werden in dem 35-seitigen Heft die organisatorischen Grundlagen und didaktische Herausforderungen der Gemeinschaftsschule thematisiert und Praxisbeispiele vorgestellt.
    Download der Handreichung (pdf-Datei)

  • add "10 gute Gründe für Reli" (Flyer)

    10 gute Gründe für Reli - Flyer

    Der Flyer "10 gute Gründe für Reli", herausgegeben vom RPI Karlsruhe und PZT Stuttgart, bietet zehn fundierte Argumentationshilfen für einen Religionsunterricht an den Schulen an.

    • Der Religionsunterricht gibt Raum für die großen Fragen des Lebens.
    • Der Religionsunterricht ist transparent.
    • Der Religionsunterricht hilft dabei, einen eigenen Standpunkt zu entwickeln.
    • Religionsunterricht macht dialogfähig.
    • Im Religionsunterricht wird Freiheit konkret.
    • Religionsunterricht ist gelebter Pluralismus.
    • Der Religionsunterricht fördert Verantwortung für das Leben.
    • Der Religionsunterricht hilft Kindern und Jugendlichen sich selbst zu finden.
    • Der Religionsunterricht hilft, mit Brüchen und Scheitern umzugehen.
    • Der Religionsunterricht hält die Erinnerung daran wach, dass das Leben nicht im Nützlichen aufgeht.


    Der Flyer führt die zehn Gründe noch ausführlicher aus. Der Flyer ist im Büro des Schuldekans erhältlich oder hier zum Downloaden. (PDF-Datei, 51 KB)

  • add "12 gute Gründe" für konfessionellen Religionsunterricht

Flyer der Landeskirchen zum Religionsunterricht

Kinder brauchen Wurzeln und Flügel

"Kinder brauchen Wurzeln und Flügel" - Flyer

Fragen nach Gott und der Welt - Information für die Sekundarstufe

"Fragen nach Gott und der Welt" - Flyer

Religion in der Grundschule

"Religion in der Grundschule" - Flyer

Gott und die Welt - Religionsunterricht in der Berufsausbildung

"Gott und die Welt" - Flyer

„Der Religionsunterricht soll Kindern und Jugendlichen ermöglichen,
die Grundlagen christlichen Glaubens zu verstehen,
Antworten auf Lebensfragen zu finden
und Orientierung für gesellschaftliches Handeln zu gewinnen.“

aus: Leitlinien kirchlichen Lebens der Vereinigten Evangelisch Lutherischen Kirchen Deutschlands (VELKD)